Sonne als Leitmotiv
In München-Moosach hat das Letomotel eröffnet / 93 Zimmer auf 2-Sterne-Niveau sollen preissensible Gäste ansprechen

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Haarscharf kalkuliert
Letomotel: Ein neues Budget-Konzept für die Mikromärkte in Städten

München (23.7.2010). Die haarscharf zugeschnittenen Budget-Konzepte aus den USA wiesen den Weg. Wenig kosten sollte der Bau und wenig Kosten produzieren die Operations danach. So entstand Letomotel: ein Konzept nach amerikanischem Muster ohne F&B, mit minimalem Personaleinsatz und knapp 15 qm grossen Zimmern samt Luxusbett - zum Preis ab 39 Euro pro Zimmer. Der Standort: immer in Stadtteil-Zentren, am liebsten an Bahnhöfen und im Verbund mit Einkaufszentren oder Geschäften in der Nachbarschaft. Mitte Oktober eröffnet in München-Moosach das erste Letomotel; drei weitere - ebenfalls in München - werden folgen. Entwickelt hat das Konzept die Hotelberaterin Sabrina Gambino-Kreindl, Gambino Consulting aus München, im Auftrag des Pächters, den Münchner Gebrüdern Bader. Sie werden bei den nächsten drei Projekten als Entwickler auftreten; das steht schon fest.

15 qm mit kleinen Raffinessen

Die Sonne strahlt aus dem Letomotel-Logo: Der Gast soll sich über eine freundliche, preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit mit Raffinessen freuen. Mit etwa 15 qm Grösse entspricht das Zimmer gängigen Budget-Standards in Deutschland. Luxuriöser als in anderen Budget-Hotels aber sei das Bett, schwärmt Sabrina Gambino: ein Box-Spring-Bett mit 25 cm dicker Matratze soll für besten Schlaf sorgen. Das 1,60 x 2,10 m grosse Bett selbst steht nicht, wie meist üblich, mit dem Kopfteil an einer Seitenwand, sondern mitten im Zimmer. Der Gast liegt mit dem Kopf zu den - raumhohen - Fenstern und schaut zur Tür, so dass man beim Betreten des Zimmers gleich das Bett als Mittelpunkt identifiziert.

Die raumhohen Fenster sind eine Besonderheit des Konzepts; verdunkeln lassen sie sich mit einer Schiebe-Jalousie, auf der Motive der jeweiligen Stadt aufgedruckt sind. Es gibt eine Kleiderschrank-Nische mit ein paar Kleiderbügeln, daran schliesst sich ein Schreibtisch-Brett, das sich - schmaler werdend - verlängert und an seinem Ende auch noch Platz bietet für ein Tablett mit Coffee-/Tea Facilities. Der Fernseher ist ein Flachbildschirm, Gratis-Internetanschluss hat der Gast im Zimmer wie im ganzen Haus via Wireless. Statt einer Klimaanlage wurde eine Umluft-Zirkulation installiert.

Raffiniert ist die Lösung mit Dusche/Waschbecken und WC. Beide Einheiten sind getrennt und können von einer Schiebetür abwechselnd verschlossen werden. Die Dusche selbst ist äusserst grosszügig bemessen: 1,40 x 80 cm und ausgestattet mit einem Regenwasser-Duschkopf.

"Wir beschränken das Angebot auf das Wichtigste für den Reisenden - auf ein phantastisches Bett, Kaffee-Möglichkeiten, Internet und eine komfortable Dusche," so Sabrina Gambino. "Auf das Frühstück wird man in einem Letomotel leicht verzichten können, denn die Häuser werden immer in Reichweite eines Bäckers stehen." Auch die Rezeption wird nur Rezeption sein und nicht zusätzlich als Bar fungieren. Dafür werden Verkaufsmaschinen mit Getränken und Sandwiches aufgestellt. Das 93 Zimmer-Hotel in München-Moosach wird mit vier fest angestellten Mitarbeitern und zwei Aushilfen auskommen; die Reinigung übernimmt eine Fremdfirma.

Ab 39 Euro fürs Zimmer

Der Zimmerpreis in einem Letomotel beginnt bei 39 Euro fürs Einzelzimmer, die zweite Person im Doppelzimmer zahlt 10 Euro zusätzlich. Bei Messen wird man allerdings die Preise anheben - was in Städten wie München und in Lagen mit guter Verkehrsanbindung immer noch ein Top-Preis sein dürfte.

Die Vorteile gegenüber anderen Budget-Hotelketten liegen ihrer Meinung nach in der Standort-Entwicklung: Ein Letomotel benötigt im Erdgeschoss lediglich 60 qm als Eingangsbereich. "Das Letomotel-Konzept profitiert von den sich im EG ansiedelnden, teureren Einzelhandelsflächen. Interessant ist das eben für die Mischkalkulation in Gewerbe-Objekten in Zentrumslagen von Grossstädten."

München ist der Anfang, weitere Städte werden folgen. Die Website www.letomotel.de wird am heutigen Freitag freigeschaltet werden. / Maria Pütz-Willems

Auszug aus einem Artikel von www.hospitalityinside.com, Ausgabe 23.7.2010

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