September, 2009
Protzen war gestern
Luxus- und Budgethotels punkten mit Individualität

Autor:Svenja Alberti

FRANKFURT/M. Luxus versus Budget. Die Polarisierung in der deutschen Hotellandschaft nimmt zu. Während vor allem das Luxussegment unter rückläufiger Nachfrage bei Geschäftsreisenden und Firmenevents leidet, streben Design-Hostels und Budgetketten nach oben. „Die Megatrends wälzen sich um. Die Leute stehen auf den Mini als Cabrio mit Ledersitzen und Navigationssystem“, erläutert Christoph Hoffmann, Geschäftsführender Gesellschafter 25hours Hotels. Es forme sich ein Hybrid aus ein bisschen Luxus und dem Leitsatz „Weniger ist mehr“. Auch 25hours würde Elemente aus dem Luxussegment „klauen“, aber weniger protzen.

Doch wie definiert sich Luxus heute? Dieser Frage ging eine Diskussionsrunde nach, zu der der Travel Industry Club ins Westin Grand Frankfurt eingeladen hatte. „Luxus ist keine einheitliche Formel, die man standardisieren kann. Ein Geschäftsreisender hat andere Ansprüche an sein Zimmer als ein Leisure-Gast“, sagt Steigenberger-Vorstandschef André Witschi. „Auch bei uns gleicht kein Haus dem anderen. Außer dem Ambiente und dem Service wird es immer wichtiger, individuell auf die Gäste zuzugehen“, ergänzt Georg Plesser, General Manager des Rocco-Forte-Hotels Villa Kennedy.

Budgethotels setzen ebenfalls auf mehr Individualität. „Auch alte Privathotels bieten neue Chancen, wenn sie investieren und gewisse Standards einführen“, sagt Sabrina Gambino, Geschäftsführerin der Gambino Hotels, die traditionelle Häuser pachten und deren qualitative Entwicklung vorantreiben. Erfolgreich im Niedrigpreissegment agieren auch die stark expandierenden B&B Hotels. Sie verzeichnen Umsatzwachstum – bei steigender Belegung und niedrigem RevPar. „Im Budgetbereich macht es schon einen Unterschied, wenn der Gast 5 Euro mehr bezahlen soll“, so B&B-Deutschland-Chef Mark Thompson.

Wer Luxus will, zahlt zwar mehr, die Hotels haben aber trotzdem Probleme, die Preise hochzuhalten. Witschi erklärt das mit dem Überangebot in vielen deutschen Städten. Die Hoteliers brächen derzeit mit den Preisen aber weniger ein als in der letzten Krise. „Im Revenue Management hat die Branche viel gelernt“, so Witschi.

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